Samstag, 18. Februar 2017

Warum mache ich das alles?

Warum mache ich dies eigentlich alles? Also, ich meine das Vernähen von gesendeten Stoffen oder das Probenäher für neue Schnitte der Schnittdesigner, oder auch die Nähworkshops, die ich gebe. Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt. Auch ich stelle mir die Frage immer wieder selbst.

Klare Antwort: In erster Linie weil es mir Spaß macht! Das ist für mich der wichtigste Punkt. Nur deswegen übe ich ja schließlich mein Hobby aus. Ein Hobby, aus dem jetzt doch schon etwas mehr geworden ist. Ich müsste nicht so viel nähen und die genähten Teile bewerben. Natürlich nicht. 
Im Büro unserer Tischlerei und des Trockenbaubetriebs gibt es genug zu tun. Ich weiß, dass es da draußen einige Menschen gibt, die meinen über mich urteilen zu müssen. "Jetzt näht sie auch noch!" "Ach, Nähkurse gibst Du auch? Wann machst Du das noch?" "Ihr seid ja selbstständig. Da geht das ja!" 
Ja, es sind die Stimmen der Neider. 

Für mich ist es ein Glücksgefühl in meinem Hobby völlig aufzugehen. Meiner Kreativität ihren Lauf zu lassen. Auch wenn das manchmal mit etwas Zeitdruck verbunden ist.

Es ist schon so, dass die Stoffe, die mir geschickt werden sehr zeitnah vernäht werden müssen. Der Stofflieferant möchte Fotos von Designbeispielen, die er selbst als Werbung nutzen kann.
Da muss man manchmal flott sein. So auch in dieser Woche. Dienstag um 15.30 h fuhr der braune Lieferwagen vor und brachte mir den mir zugedachten Stoff. Ein schneller Blick in die Erscheinungsdaten sagte mir: die Stoffe gehen Samstag online. Das bedeutet bis spätestens Donnerstag Abend sollten die Fotos fertig sein. Eine sportliche Nummer bei meinem Alltag! 
Ich könnte darauf pfeifen und sagen: "Ich schaffe es nicht pünktlich!" und könnte die Fotos nachreichen.
Das mache ich aber nicht! Und soll ich sagen warum?

  • weil ich stolz auf mich bin, wenn ich es trotz allem schaffe
  • weil ich mich wahnsinnig darüber freue, meine Fotos auf den Socialmedia-Seiten des Stoffherstellers zu sehen
  • weil ich ich mich über jeden einzelnen Kommentar zu meinen Nähwerken freue

Für mich ist die Anerkennung und das"Gesehen-Werden" ein großartiges Gefühl!


Mein großer Dank geht in dieser Woche an meinen Fotografen Artfoto JB, der den Wahnsinn diese Woche mitgemacht hat und mit mir pünktlich die Fotos gesendet hat.

Schnitt: Frau Tomma von schnittreif
Stoff: Jacquard Triangel dark red (von Lillestoff zur Verfügung gestellt)


Kommentare:

  1. Liebe Yvonne Neid bekommt man nicht geschenkt, denn muss man sich erarbeiten. Je erfolgreicher du bist desto mehr Neider wirst du haben. Da braucht man ein gesundes Selbstbewusstsein. Aber ich habe das Gefühl das dicke Fell wächst automatisch mit dem Erfolg! Ich freue mich jedenfalls immer über deine neuen Kreationen und deine so professionellen Bilder. Lass dir das nicht madig machen.

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    1. Danke liebe Pamela! Menschen, die sich nicht der "Nähszene" bewegen können einfach auch nicht verstehen, was das alles bedeutet.

      Liebe Grüße

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  2. Kenn ich ..ich nähe hauptsächlich für mich...und bekomme dann auch oft zu hören "Nähst du schon wieder" ich sage dann meistens " guckst du schon wieder Fernsehen oder liest du schon wieder diese Klatschblätter " ;-)

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    1. Liebe Alexandra, da hast Du ja einen guten, schlagfertigen Weg gefunden!
      Toll!

      Liebe Grüße

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  3. Liebe Yvonne! Dein Blogpost spricht mir ganz und gar aus der Seele! Ich gehe total konform, mit dem was du da schreibst!! Ich bin ja fast in der gleichen Situation wie du. Schön zu wissen, dass jemand genau so tickt! Und im Übrigen finde ich deine Frau Tomma wunderschön! Alles Liebe! Janine

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    1. Liebe Janine,
      ich danke Dir für Deine Worte. Ich denke es gibt viele, die uns verstehen und ähnlich denken.
      Wir dürfen uns nicht kleinmachen lassen!

      Liebe Grüße

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